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Förderung & Therapie

LRS-Kind motivieren: Was bei Schulfrust wirklich hilft

Warum Kinder mit LRS die Lust am Üben verlieren – und mit welchen Schritten Sie den Frust im Alltag wieder auflösen.

16. September 20267 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert am 16. September 2026
LRS-Kind motivieren: Was bei Schulfrust wirklich hilft

Irgendwann kommt bei fast allen Familien mit einem LRS-Kind dieser Satz: "Ich kann das sowieso nicht." Oder das Heft fliegt zu, bevor die erste Zeile gelesen ist. Wenn Sie Ihr LRS-Kind motivieren wollen, hilft es zu verstehen, was hinter dieser Verweigerung steckt – denn Faulheit ist es fast nie. Dieser Artikel beschreibt, warum die Lust am Lesen bei Kindern mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche so schnell kippt und was im Alltag wirklich etwas verändert.

Warum die Motivation bei LRS besonders schnell kippt

Ein Kind, das lesen kann, merkt beim Lesen kaum noch, dass es liest. Ein Kind mit LRS arbeitet dagegen bei jedem Wort: entziffern, zusammenziehen, Sinn suchen, weitermachen. Nach einer halben Seite ist der Kopf leer – und die Geschichte ist trotzdem nicht angekommen.

Dazu kommt die Rechnung, die Kinder selbst aufmachen: Sie strengen sich mehr an als die anderen und bekommen trotzdem die schlechtere Note. Diese Erfahrung wiederholt sich, oft über Jahre. Irgendwann zieht das Kind den einzig logischen Schluss: Anstrengung lohnt sich bei mir nicht. Die Fachliteratur nennt das erlernte Hilflosigkeit, Eltern nennen es "sie will einfach nicht mehr".

Dass hinter der Schwäche keine mangelnde Begabung steckt, ist dabei der wichtigste Punkt – nachzulesen in unserem Überblick dazu, was eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bedeutet.

Sagen Sie Ihrem Kind, woran es liegt

Kinder erklären sich ihre Schwierigkeiten selbst, wenn niemand es für sie tut – und ihre Erklärung ist meistens hart: "Ich bin dumm." Eine altersgerechte Einordnung nimmt enormen Druck weg.

Etwas in dieser Richtung reicht völlig: "Dein Gehirn braucht beim Lesen einen anderen Weg als bei vielen anderen Kindern. Das hat nichts mit Klugsein zu tun. Diesen Weg kann man trainieren, und genau das machen wir jetzt." Viele Eltern berichten, dass nach so einem Gespräch das erste Mal seit Langem wieder ohne Streit geübt wurde.

Fünf Dinge, die im Alltag wirklich helfen

1. Machen Sie die Einheiten kürzer, als Sie denken

Zehn Minuten täglich schlagen eine Stunde am Sonntag – nicht nur pädagogisch, sondern auch, weil zehn Minuten überhaupt erst durchzuhalten sind. Ein Kind, das jeden Tag die Erfahrung macht "das schaffe ich", verliert seine Angst vor dem Üben schneller als eines, das jedes Wochenende gegen einen Berg anläuft. Wie sich so eine Routine einrichten lässt, zeigt unser Praxisleitfaden zur LRS-Förderung zu Hause.

2. Loben Sie den Weg, nicht das Ergebnis

"Du hast heute drei Minuten länger durchgehalten als gestern" ist für ein LRS-Kind brauchbares Lob. "Toll gelesen!" ist es nicht, weil das Kind selbst hört, dass es gestockt hat – und Ihr Lob dann als Mitleid einordnet. Alles, was das Kind selbst beeinflussen kann, taugt als Anlass: Dranbleiben, noch einmal versuchen, sich trauen.

3. Machen Sie Fortschritt sichtbar

Fortschritt bei LRS ist langsam und darum unsichtbar. Sichtbar wird er nur, wenn man ihn festhält. Nehmen Sie alle paar Wochen auf, wie Ihr Kind denselben kurzen Text liest, und hören Sie es gemeinsam an. Oder hängen Sie einen Kalender auf, in dem jeder Übungstag ein Kreuz bekommt – gezählt werden die Tage, nicht die Fehler.

4. Trennen Sie Üben und Hausaufgaben

Wenn Übung, Hausaufgaben und Konflikte am selben Tisch stattfinden, wird der Tisch selbst zum Problem. Legen Sie das Training an einen anderen Ort und in eine andere Tageszeit – und lassen Sie es nie zur Strafe für einen schlechten Schultag werden.

5. Geben Sie die Rolle der Kontrolleurin ab

Der schwierigste Teil: Solange Sie diejenige sind, die korrigiert, sind Sie auch diejenige, gegen die sich der Frust richtet. Es entlastet die Beziehung enorm, wenn das tägliche Üben jemand anderes übernimmt – eine Lerntherapeutin, eine Nachhilfe oder eine App, die geduldig bleibt und nicht enttäuscht klingt. Sie selbst bleiben dann für das zuständig, was sonst zu kurz kommt: vorlesen, zuhören, Rückhalt geben.

Wenn Ihr Kind sich komplett verweigert

Manchmal ist es zu spät für Feinjustierung: Das Kind weint schon beim Anblick des Hefts oder klappt bei jedem Übungsversuch zu. Dann hilft kein besseres Belohnungssystem, sondern eine Pause.

Setzen Sie das häusliche Üben für zwei bis drei Wochen komplett aus. Lesen Sie stattdessen vor – auch Comics, auch das Rezept beim Kochen, auch Untertitel im Fernsehen. Danach steigen Sie neu ein, in einem anderen Format und mit klar begrenzter Zeit. Hält die Verweigerung an oder kommen Bauchschmerzen, Schulangst oder Schlafprobleme dazu, gehört das Thema in fachliche Hände: Sprechen Sie mit der Klassenlehrerin, der Schulpsychologie oder einer Lerntherapeutin.

Warum eine App den Konflikt entschärfen kann

Eine App ist nicht motivierender als Sie – aber sie hat einen Vorteil, der im Familienalltag schwer zu schlagen ist: Sie ist emotional unbeteiligt. Sie seufzt nicht beim fünften Fehler, sie vergleicht nicht mit dem Geschwisterkind, und sie stellt dieselbe Aufgabe zum zwanzigsten Mal, ohne dass sich das Kind dafür schämen muss.

Genau dafür ist die Legaro App für Kinder mit Legasthenie gebaut: kurze Einheiten von 10 bis 15 Minuten, ein Schwierigkeitsgrad, der sich automatisch anpasst, und sichtbare Erfolge nach jeder Übung. Im Elternbereich sehen Sie, dass geübt wurde – ohne danebensitzen und ohne nachfragen zu müssen. Der Streit am Küchentisch fällt damit weg, und Sie können wieder die Rolle einnehmen, die Ihr Kind gerade am dringendsten braucht.

Kurz zusammengefasst

Motivation entsteht bei einem LRS-Kind nicht durch Belohnungen, sondern durch Erfolgserlebnisse, die es sich selbst zuschreiben kann. Kurze tägliche Einheiten, ehrliches Lob für die Anstrengung, sichtbar gemachter Fortschritt und eine klare Trennung zwischen Eltern- und Trainerrolle wirken zusammen stärker als jedes Punktesystem.

Wenn Sie unsicher sind, ob hinter dem Frust Ihres Kindes tatsächlich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche steckt, gibt Ihnen unser kostenloser LRS-Test für Eltern in wenigen Minuten eine erste Einschätzung.

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