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Förderung & Therapie

LRS-Förderung zu Hause: Praktische Tipps für Eltern

Praktische Übungen und Tipps, wie Sie Ihr Kind mit LRS im Alltag unterstützen können.

22. Januar 20249 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert am 12. September 2026
LRS-Förderung zu Hause: Praktische Tipps für Eltern

Zwischen Abholzeit, Abendessen und Müdigkeit soll auch noch geübt werden – und am besten so, dass niemand weint. LRS-Förderung zu Hause scheitert selten am guten Willen, sondern an unrealistischen Plänen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind im Alltag wirksam unterstützen: mit kurzen Einheiten, klaren Ritualen und Übungen, die Sie ohne Vorbereitung umsetzen können.

Was Sie zu Hause leisten können – und was nicht

Eltern sind keine Lerntherapeuten, und das müssen sie auch nicht sein. Die Aufgabe zu Hause ist eine andere: für Regelmäßigkeit, Wiederholung und emotionale Sicherheit zu sorgen. Diese drei Dinge kann keine Therapiestunde pro Woche ersetzen, und genau sie entscheiden darüber, ob Gelerntes hängen bleibt.

Sie müssen dafür nicht den Unterricht nachholen. Im Gegenteil: Wer zu Hause die Schule fortsetzt, riskiert, dass das Kind auch den letzten Ort verliert, an dem es nicht bewertet wird. Halten Sie die Übungszeit klein und klar abgegrenzt – der Rest des Tages gehört der Familie. Den ausführlichen Elternratgeber mit Tagesroutine, Altersgruppen und Wochenplan finden Sie im Beitrag LRS zu Hause fördern.

Die Basis: Zeit, Ort, Dauer

Feste Zeit. Immer derselbe Zeitpunkt, zum Beispiel direkt nach dem Vespern. Rituale sparen die tägliche Diskussion, ob jetzt geübt wird.

Fester Ort. Ein aufgeräumter Tisch, gutes Licht, kein Fernseher und kein Handy in Reichweite – auch nicht Ihres.

Kurze Dauer. 10 bis 15 Minuten in der Grundschule, maximal 20. Stellen Sie einen Timer sichtbar auf den Tisch und hören Sie auf, wenn er klingelt – auch mitten in der Aufgabe. Das Kind lernt: Es hat ein Ende, und dieses Ende ist verlässlich.

Fünf statt sieben Tage. Planen Sie zwei feste freie Tage ein. Das macht den Plan haltbar und nimmt den Druck, wenn ein Tag ausfällt.

Spielerische Übungen für den Alltag

Laute hören (phonologische Bewusstheit)

Der wichtigste Baustein liegt vor dem Schreiben: Ihr Kind muss Sprache in Bausteine zerlegen können.

  • Silben klatschen: Beim Tischdecken jedes Wort klatschen – Ga-bel, Tel-ler, Ser-viet-te.
  • Anlaut-Suche: „Ich sehe was, das mit /m/ anfängt.“ Wichtig: den Laut sprechen, nicht den Buchstabennamen.
  • Reimpaare: Reihum reimen, Quatschwörter ausdrücklich erlaubt.
  • Laut-Detektiv: „Hörst du das /r/ in Karotte am Anfang, in der Mitte oder am Ende?“

Diese Spiele brauchen kein Material und funktionieren im Auto, beim Kochen und auf dem Weg zur Schule.

Weitere Übungen nach Altersstufen – vom Lauttraining bis zur Rechtschreibstrategie – sammeln wir in der Übersicht mit konkreten LRS-Übungen für Kinder.

Buchstaben und Wortbilder verankern

  • Buchstaben aus Knete formen oder mit dem Finger auf den Rücken des Kindes schreiben, das sie erraten muss.
  • Buchstaben in ein Tablett mit Sand, Grieß oder Rasierschaum schreiben – Fehler verschwinden mit einem Wisch, das nimmt die Angst.
  • Wörterkarten für schwierige Wörter des Kindes: Vorderseite Wort, Rückseite Bild. Fünf Karten pro Woche genügen.
  • Farbige Markierungen für Stolperstellen: das „ie“ in einer Farbe, Doppelkonsonanten in einer anderen.

Lesen üben, ohne das Lesen zu verleiden

  1. Abwechselnd lesen: Sie einen Satz, Ihr Kind einen Satz. Ihr Anteil trägt das Tempo, das Kind bleibt in der Geschichte.
  2. Chorlesen: Denselben Satz gleichzeitig laut lesen. Das Kind wird von Ihrer Stimme gestützt und liest flüssiger, als es allein könnte.
  3. Denselben kurzen Text mehrfach lesen: Drei Durchgänge an drei Tagen. Die spürbare Verbesserung ist ein starkes Erfolgserlebnis.
  4. Hörbuch mitlesen: Text und gesprochenes Wort gleichzeitig – gut für Kinder, denen die Zuordnung Laut–Buchstabe schwerfällt.
  5. Freies Lesefutter: Comics, Sachbücher über Bagger, Fußballzeitschriften, Rezepte. Das Thema entscheidet das Kind, nicht der Bildungswert.

Schreiben mit weniger Frust

  • Diktieren Sie nur geübte Wörter und niemals einen Überraschungstext.
  • Lassen Sie das Kind erst sprechen, dann schreiben – Wort in Silben zerlegen, mitsprechen, dann aufschreiben.
  • Korrigieren Sie nicht alles: Markieren Sie pro Text zwei bis drei Fehler eines Typs, an dem gerade gearbeitet wird.
  • Nutzen Sie echte Schreibanlässe: Einkaufszettel, Postkarte an die Oma, Wunschzettel, WhatsApp an den Papa.

Wie Sie reagieren, wenn es kippt

Es wird Tage geben, an denen die Tränen schneller da sind als der erste Satz. Dann gilt: abbrechen ist erlaubt. Eine Übungseinheit, die im Streit endet, richtet mehr Schaden an als ein ausgefallener Tag.

Hilfreiche Sätze für solche Momente sind keine Beschwichtigungen, sondern Einordnungen: „Das ist gerade schwer, nicht du bist schwierig.“ – „Wir machen morgen an derselben Stelle weiter.“ – „Ich sehe, dass du dich angestrengt hast.“ Vermeiden Sie den Vergleich mit Geschwistern und Mitschülern, auch den gut gemeinten.

Und: Trennen Sie die Rollen. Wenn das Üben die Beziehung dauerhaft belastet, ist es besser, die Übungszeit an eine andere Person abzugeben – Großeltern, Nachhilfe, Lerntherapie – und selbst wieder Elternteil zu sein.

Digitale Hilfe sinnvoll einsetzen

Eine App löst die Aufgabe, die Familien am häufigsten scheitern lässt: das passende Material für heute. Sie stellt Aufgaben auf dem aktuellen Stand des Kindes zusammen, wiederholt automatisch das, was noch nicht sitzt, und begrenzt die Einheit.

Die Legaro App bietet genau dafür tägliches LRS-Training per App für Kinder ab Klasse 2: 10 bis 15 Minuten pro Tag, Übungen zu Silben, Lauten und Rechtschreibmustern, und einen Elternbereich, in dem Sie den Fortschritt sehen, ohne daneben sitzen zu müssen. Woran Sie eine gute App erkennen, fasst unser Auswahl-Ratgeber zur LRS App zusammen.

Drei Regeln für den Einsatz:

  • Die App ersetzt das gemeinsame Lesen nicht, sie ergänzt es.
  • Feste Zeit auch hier, sonst wird sie zur Verhandlungsmasse.
  • Keine Bildschirmzeit unmittelbar vor dem Schlafengehen.

Ein realistischer Wochenplan

| Tag | 10–15 Minuten Übung | Zusätzlich | | --- | --- | --- | | Montag | Laute und Silben | 10 Min. Vorlesen | | Dienstag | Wörterkarten wiederholen | 10 Min. Vorlesen | | Mittwoch | Lesen: derselbe Text, 2. Durchgang | frei | | Donnerstag | Schreiben: geübte Wörter | 10 Min. Vorlesen | | Freitag | Lieblingsübung des Kindes | frei | | Wochenende | frei | Hörbuch, Spiele, Vorlesen |

Die Vorlesezeit ist keine Übung. Sie wird nicht bewertet, nicht unterbrochen und nicht abgefragt – sie hält die Freude an Geschichten am Leben.

Wann zusätzliche Hilfe nötig ist

Holen Sie Unterstützung von außen, wenn Ihr Kind über Monate trotz regelmäßigen Übens nicht vorankommt, wenn es körperliche Beschwerden vor Schultagen entwickelt, wenn es sich selbst abwertet oder wenn die Hausaufgaben die Familie dauerhaft belasten.

Welche Wege es dann gibt – von der schulischen Förderung über den Nachteilsausgleich bis zur Lerntherapie und ihrer möglichen Finanzierung – beschreibt der Überblick Förderung bei LRS.

Wenn Sie noch gar nicht sicher sind, ob überhaupt eine LRS vorliegt, hilft unser kostenloser LRS-Test für eine erste Einschätzung bei der Entscheidung, ob ein Gespräch mit der Schule sinnvoll ist.

Fazit

Förderung zu Hause wirkt nicht durch Intensität, sondern durch Verlässlichkeit. Kurze Einheiten zur immer gleichen Zeit, Übungen mit mehreren Sinnen, sichtbar gemachte Fortschritte und eine geschützte Vorlesezeit: Das ist der Rahmen, in dem Kinder mit LRS aufholen – und in dem sie sich weiter zutrauen zu lernen.

Möchten Sie Ihrem Kind helfen?

Die Legaro App bietet tägliche, spielerische Übungen für Kinder mit LRS – angepasst an den Stand Ihres Kindes.

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