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LRS Grundwissen

Legasthenie Symptome: So erkennen Sie eine LRS frühzeitig

Typische Anzeichen von Legasthenie im Vorschulalter, in der Grundschule und bei Jugendlichen – und wann eine Testung sinnvoll ist.

15. Februar 20256 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert am 12. September 2026
Legasthenie Symptome: So erkennen Sie eine LRS frühzeitig

Legasthenie – auch bekannt als Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) – ist eine häufige Lernstörung, die das Lesen, Schreiben und Rechtschreiben erschwert. Etwa 5–10 % der Bevölkerung sind betroffen. Doch woran erkennt man Legasthenie? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Symptome bei Legasthenie typisch sind, in welchem Alter sie auftreten können und wann eine Testung sinnvoll ist.

Was sind typische Symptome einer Legasthenie?

Legasthenie äußert sich in erster Linie durch anhaltende Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache – unabhängig von Intelligenz oder Motivation. Dabei können die Symptome je nach Alter und Entwicklungsstand unterschiedlich ausfallen. Die Grundlagen, Ursachen und die Einordnung des Begriffs beschreibt ausführlich der Übersichtsartikel Was ist Legasthenie?.

1. Legasthenie-Symptome im Vorschulalter

Schon vor der Einschulung kann es erste Hinweise geben:

  • Verzögerte Sprachentwicklung (spätes Sprechen, fehlerhafte Satzbildung)

  • Probleme mit Reimen oder Silbenklatschen

  • Schwierigkeiten, Laute zu erkennen oder zu unterscheiden (phonologische Bewusstheit)

  • Probleme, sich Buchstaben oder einfache Wörter zu merken

  • Häufige Verwechslung ähnlicher Laute („k“/„g“, „t“/„d“)

💡 Tipp: In dieser Phase ist keine Diagnose möglich, aber gezielte Sprachförderung kann bereits unterstützend wirken.

2. Symptome in der Grundschule

Sobald das Lesen und Schreiben in der Schule gelehrt wird, treten die klassischen Anzeichen von Legasthenie meist deutlich zutage:

  • Langsames, stockendes Lesen

  • Auslassen, Ersetzen oder Vertauschen von Buchstaben beim Lesen

  • Häufige Rechtschreibfehler, auch bei geübten Wörtern

  • Verwechslung von Buchstaben mit ähnlichem Aussehen („b“/„d“, „p“/„q“)

  • Probleme beim Abschreiben oder beim Schreiben nach Diktat

  • Mangelndes Textverständnis trotz flüssigem Lesen

  • Große Anstrengung bei schriftlichen Aufgaben

  • Häufige Vermeidung von Lesen und Schreiben

3. Legasthenie bei Jugendlichen und Erwachsenen

Auch wenn Jugendliche und Erwachsene oft Strategien zur Kompensation entwickeln, bleiben die Symptome spürbar:

  • Anhaltende Probleme mit Rechtschreibung und Grammatik

  • Langsames Lesetempo bei komplexen Texten

  • Schwierigkeiten beim Formulieren schriftlicher Texte

  • Geringes Selbstvertrauen in Bezug auf Sprache

  • Überdurchschnittlicher Zeitaufwand für schriftliche Arbeiten

Abgrenzung zu anderen Lernproblemen

Nicht jede Schwierigkeit beim Lesen oder Schreiben ist automatisch eine Legasthenie. Ähnliche Auffälligkeiten entstehen auch durch eine unerkannte Seh- oder Hörschwäche, durch längere Fehlzeiten in der Zeit des Schriftspracherwerbs, durch Deutsch als Zweitsprache oder durch Konzentrationsschwierigkeiten. Deshalb gehört zu jeder Abklärung der Blick auf mögliche andere Ursachen – erst danach lässt sich eine Legasthenie sicher feststellen.

Wann sollten Sie handeln?

Spätestens ab dem zweiten Schuljahr, wenn alle Buchstaben eingeführt wurden, lässt sich eine Lese-Rechtschreib-Störung testen. Je früher die Diagnose erfolgt, desto gezielter kann gefördert werden – mit Lerntherapie, Nachteilsausgleich oder unterstützenden Maßnahmen im Schulalltag. Welche Wege dabei offenstehen und was sie kosten, fasst der Überblick Förderung bei LRS zusammen.

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Fazit: Legasthenie-Symptome ernst nehmen

Legasthenie ist keine Frage von Intelligenz oder Fleiß. Sie hat neurologische und genetische Ursachen – und kann jeden treffen. Wer die Symptome frühzeitig erkennt, kann betroffenen Kindern und Erwachsenen gezielt helfen. Entscheidend ist, nicht abzuwarten, bis der Frust den Schulalltag bestimmt.

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